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Dreimal am Tag läuten die Glocken der mir benachbarten Pfarrkirche „Maria vom Guten Rat“ zum Angelus-Gebet. Ich habe es mir zur – allerdings nicht zwanghaften - Gewohnheit gemacht, innezuhalten, sobald ich das schöne Glockengeläut höre. Das Innehalten ist das Entscheidende – das Tätigsein unterbrechen und einen Augenblick der Kontemplation pflegen.
Das Gebet hierzu, wenn Du denn beten möchtest, ist der sog. „Engel des Herrn“ oder auf Lateinisch „Angelus“. Es ist ein Gebet, bei dem die Menschwerdung Gottes in Jesus, dem Erstgeborenen der Maria aus Nazareth, betrachtet wird. Zugleich ist es eine Möglichkeit, das Ziel der eigenen Inkarnation zu bedenken. Es beschreibt den Weg der Gottwerdung, den unser eigenes Leben nehmen kann.
Dieser Weg fängt bei der weiblichen Seite unseres Daseins an. Nur indem wir uns mit unserer weiblichen Seite identifizieren, mit unserer Empfänglichkeit für den Geist der Liebenden Präsenz – nur dann können wir überhaupt vernehmen, dass wir zur Verg’ttlichung bestimmt sind.
Der Ruf zur Verg’ttlichung ereignet sich im Bewusstsein des InEins von יהוה ICHBINDA und dem „eigenen“ liebevollen GegenwärtigSein. In diesem EinsSein wird G’ttliches gezeugt als Sohn oder Tochter G’ttes. Wenn wir es im Vollbewusstsein unserer irdischen Begrenztheit, d.h. in Demut geschehen lassen, beginnt es, sich in uns zu verstofflichen, „nimmt Fleisch an“ und „wohnt unter“ den Menschen dieser Welt.

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Am Fenster sitzend unter dem tiefgrünen Laubdach „meiner“ Robinie affiziert mich „die Welt“ mit ihrem irren Getümmel nur insofern, als ich meine Blogeinträge an „sie“ richte.
Ja, ich will Dich erreichen, liebe*r Leser*in da draußen im virtuellen Raum des weltweiten Netzes! Und ich weiß, es werden nur wenige sein…
In einem Interview sagte heute Morgen ein uralter Benediktinermönch sinngemäß, Gott komme heutzutage im öffentlichen Leben und Diskurs so gut wie nicht mehr vor und werde auch systematisch verdrängt.

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Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich einen Geliebten. Er kam nächtens im Internatsschlafsaal zu mir, nachdem ich lange seine Gegenwart erbeten hatte. Seine Präsenz neben mir spürte ich als glühende Gestalt. Noch heute erinnere mich genau, wie ich ihr Platz machte und mich in sprachloser Seligkeit an sie anlehnte. Endlich!!!

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Das Neue, das begonnen hat, besteht darin, dass mich nichts mehr hält, dass ich losgelöst bin von allem, was mich bindet. Das Neue besteht darin, dass ich FREI bin. Frei und bei Sinnen, frei und bei Trost.

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