150

Unser Körper ist ein Wunderwerk. Wir haben ihn nicht erfunden, konstruiert und hergestellt. Er ist von selbst aus der Vereinigung einer weiblichen Ei- und einer männlichen Samenzelle entstanden.
Die ursprünglichen Träger dieser Zellen nennen wir unsere biologischen Eltern. Sie stammen ihrerseits wieder von einem biologischen Elternpaar ab, deren Eltern wiederum Eltern haben und so fort bis zu den Anfängen des Menschengeschlechts.
Sie haben ihr Erbgut weitergegeben. Alles, was mit ihm geschehen ist und es verändert hat, alles, was in ihm durch Abertausende von Jahren unverändert geblieben ist, trägt unser heutiger Körper in sich: eine unübersehbare Fülle von genetischen Informationen und Programmen, die das bewirken, was wir „unser Leben“ nennen.
Die Vereinigung zweier Keimzellen setzt wie ein Zündfunke die Entwicklung neuen Lebens in Gang.
Im Idealfall geschieht diese Vereinigung, indem zwei Menschen in Liebe körperlich, seelisch und geistig-spirituell einswerden.
Im „Realfall“ passiert sie auf höchst unterschiedliche Art und Weise – oft genug lieblos und gewaltsam; in unserer Zeit wird sie häufig medizintechnisch ermöglicht, wenn ein Kinderwunsch sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht erfüllt.

Read More

149

Während wir aus der Traumwelt zur Alltagswirklichkeit erwachen, ist unser Bewusstsein noch in alle Richtungen offen, auch für die ozeanischen Tiefen der Seele. Wenn es uns gelingt, in dieser Offenheit zu verweilen – und dazu braucht es nur unser Zulassen, aber kein Tun – können wir früheste Zeiten unseres Lebens schauen und ungeahnte Zusammenhänge entdecken.

Read More

148

Lieber Herr L., Ihre Mail vom 10. 12. hat mir so gut getan! Danke für alles: Ihre guten Worte und Wünsche, das starke Symbol-Bild, das der Liebe gewidmete Gedicht von Robert Lax!

Read More

147

Doch, ja, es gab auch in diesem zu Ende gehenden ver-rückten coronarischen Jahr MMXXI das Herz bewegende Ereignisse, die es wert wären, an seinem Ende noch einmal erinnert zu werden!
Im individuellen Kalender ragen sie ein wenig heraus aus dem Alltäglichen. Doch dieses überwiegt. In ihm bewegen wir uns mehr durch unser Leben und gleichmäßiger als zur Festzeit, die uns im besten Sinne beflügelt und berauscht.
Je „welthaltiger“ die Feste sind, desto mehr Staub wirbeln sie auf, desto mehr (durchaus auch positive!) Unruhe stiften sie in der Menschenseele. Es dauert, bis sich die Wogen der Begeisterung wieder geglättet haben und wir wieder nüchtern sind.
Der allwöchentliche jüdische Festtag, der Schabbat, hingegen ist ganz dem himmlischen Ruhen in יהוה geweiht - ein wahrer Kraftquell! Wie im Übrigen auch der christliche Sonntag!

Read More

146

Oskar Loerke, ein herausragender, wenn auch leider immer noch viel zu wenig bekannter deutscher Lyriker des vergangenen Jahrhunderts, schrieb das folgende Gedicht „An die Grundmächte“:

Read More

145

„Bitte warten!“ – eine der nervendsten automatischen Telefonansagen überhaupt!
Gemäß dem radikal-hedonistischen Motto „Wir wollen alles und zwar sofort!“ haben wir uns angewöhnt, ungeduldig zu sein.
Dabei liegt im Wartenkönnen eine große Kraft: die Freiheit von der unmittelbaren Koppelung von Reiz und Reaktion, die Freiheit, Befriedigung von Bedürfnissen aufschieben zu können.
Auch das Warten ist erlernbar. Es befreit vom inneren Zwang, zu reagieren. Und diese Freiheit ist eine Gabe, die mindestens genauso wertvoll ist wie das Gefühl der Befriedigung, nachdem ein Bedürfnis unmittelbar nach seinem Auftauchen gestillt wurde.
Ein erwachsener Mensch kann beides: unmittelbare Bedürfnisbefriedigung UND Warten auf den richtigen Zeitpunkt der Erfüllung seiner/ihrer Wünsche.
Damit ein Säugling sich in seiner Familie beheimaten kann, braucht er die möglichst zeitnahe Stillung seiner Bedürfnisse. Die Entwöhnung vom Gestilltwerden kann nur individuell angepasst erfolgen. Eine terminliche Normierung ist auf jeden Fall kontraproduktiv und schafft Lücken in der Identität, die später schwer zu schließen sind.

Read More