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In einer lieben Freundin und ärztlichen Kollegin toben bösartige Krebszellen und rauben ihre Lebenskraft. Seit sie es mir gesagt hat, leide ich mit ihr und bete, dass Jesus ihr die Fülle seiner Herzenswärme schenkt und sie heilt. Sie hat so viel Liebe gegeben und sich in Liebe verzehrt - selber aber nach Liebe gehungert und gedürstet. Ein gerechter Ausgleich ist ihr zu ihren Lebzeiten nicht zuteil geworden. Die 4. Seligpreisung Jesu (Mt 5, 6) bekommt für mich angesichts ihres Leidens eine ganz neue und sehr konkrete Bedeutung. Ihr Verlangen wird im Tod in der visio beatifica auf unvorstellbare Weise gestillt werden: יהוה selber wird sie sättigen mit seiner Liebenden Präsenz.
Wie viele Menschen, die in mein Leben getreten sind, haben „nach Gerechtigkeit“ gehungert und gedürstet – und ich habe sie ihnen in meinem Egoismus nicht zuteil werden lassen!
Da hilft wohl auch der Brief nicht viel, den ich ihr noch geschrieben habe.

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Heute erfahre ich durch meinen Freund Sascha von der prophetischen Aussage meines Passauer Bischofs Stefan Oster in der katholischen „Tagespost“, die Kirche der Zukunft werde „marianisch“ sein. Was immer er damit gemeint haben mag – ich kann mich damit anfreunden. Für mich allerdings wäre der erste Schritt dorthin die dogmatische Erweiterung des trinitarischen christlichen Gottesbildes um die Person der Muttergottes. Das würde bedeuten, dass wir von einem dreifaltigen zu einem vierfaltigen Gott kommen und die Frau endlich und konsequenterweise in der Gottheit Platz gefunden hat. Am Ende der Zeiten stünde dann wohl die Einheit Gottes in der Vielfalt…
Allein die Vorstellung, welche endlosen theologischen Auseinandersetzungen auch nur die Andeutung eines solchen Schrittes mit sich bringen würde, lässt mich erschaudern.
Alles theologische Spekulieren ließe sich allerdings beenden, wenn wir vom Denken zum Atmen übergingen und dabei blieben.
In der Übung des ruhigen Ein- und Ausatmens kommen wir ganz von selber und ohne gedankliche Anstrengung in die „marianische“ Dimension unseres Daseins – als Einzelne wie als Gemeinschaft. Wir müssen sie nur vollziehen und immer wieder zu ihr zurückkehren, wenn wir uns abgelenkt haben – abgedriftet sind in die Weiten des Denkens oder in die Welten der Sinne und der Gefühle…

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Die lebensentscheidende und zugleich spirituell förderlichste Verneigung ist allerdings die gegenüber יהוה ICHBINDA und gegenüber dem lebendigen Menschen, in dem יהוה anWESENnd ist.

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Was tue ich, wenn ich mich vor einem Kreuz, einer Ikone, einer Heiligenfigur verneige? Es kann ein rein äußerliches Tun sein – selbst wenn die „performance“ vollkommen korrekt ist; ein automatisches, ein sinnfreies Ritual, eine bedeutungslose Gewohnheit. Der Gestus der Verneigung kann aber auch mit einem authentischen inneren Vollzug einhergehen und tatsächlich bedeuten, was die körperliche Bewegung ausdrückt: ich verbeuge mich vor und gegenüber dem Größeren, mache mich selber klein und begrenze mich. Wenn das der Fall ist, und nur dann wird es so sein, übe ich eine viel weiter reichende Haltung ein, die über das konkrete Gegenüber des Kreuzes, der Ikone, der Heiligenfigur hinausgeht ohne es gleichwohl außer Acht zu lassen. Es ist die Anerkennung der eigenen Begrenztheit, die Bejahung, dass in allem Gegenüber das Größere anwesend ist und wirkt.

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Unter der Überschrift „Die bestandene Prüfung“ brachte transition-news.org am Sonntag, 16.10. einen Leitartikel, aus dem ich im Folgenden zitiere. Leider und zu Unrecht wurde der Text gleich wieder im Internet von der AfD vereinnahmt. Ich lese und empfinde ihn als Bestätigung meiner Einstellung zum Thema „Impfen“, ohne mir daraus einen Lorbeerkranz flechten zu wollen. Für mich war die Entscheidung, speziell die Impfung gegen das Corona-Virus zu meiden, keine heroische Tat. Ich habe schlicht und einfach nach meinem besten Wissen und Gewissen als Arzt und Mensch gehandelt. Zu leiden hatte ich allerdings darunter auch erheblich. Je länger desto mehr fühle mich immer wieder auch von Seiten namhafter Wissenschaftler in meiner Entscheidung bestätigt. Das französische Pathos des Generals Blanchon ist mir zwar in der Sache fremd, aber ehrlich gesagt: sein Feedback tut mir doch auch gut.

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