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Das dichte Laubdach der Robinie vor meinem nach Süden gelegenen Balkon ist jetzt, da der Sommer richtig loslegt, ein Segen, und ich bin dankbar für sie. Als ich hier einzog, befürchtete ich, ihre Wurzeln könnten dem Mauerwerk schaden und versuchte, ihre Entfernung zu erreichen. Inzwischen aber haben sich angesichts des wunderbaren Sonnenschirms, den sie mir natürlicherweise bietet, meine Befürchtungen in den Hintergrund geschoben. Ihre Beschattung meines good-for-all-Zimmers ist so effektiv, dass ich mich gerade erst daran gewöhne, sommers in einem etwas abgedunkelten Raum meine täglichen Exerzitien zu vollziehen…. Dieses grüne Leben vor meinen Augen tut so wohl! Wenn sich im Himmel darüber das Azur ausbreitet und die Morgenstrahlen des Sonnenlichts das Blattwerk zum Leuchten bringen, empfinde ich reines Glück und wünsche mir, es möchte doch allen Menschen so ergehen wie mir – nämlich glücklich zu sein! Heute (am 14. Juni) richten sich meine Glückwünsche vor allem an vier liebenswürdige Menschen, die Geburtstag feiern: an Arno, Irmgard, meinen Schwager Reinhold und meinen Einsiedlerbruder Hans Christoph, genannt Simeon Anianus. Mögen sie sich als gesegnet erleben und glücklich sein im JETZT „der Gnade“, im HIER UND JETZT „der Rettung“ (vgl. 2 Kor 6, 2)!

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In der „Schott Tagesliturgie“ vom 11.6.2021 steht zu lesen: „Alles Fragen und Forschen nach Gott gelangt nur bis an den äußeren Rand seines Wesens. Sein inneres Geheimnis aber, sein „Mysterium“, ist die Liebe. Das wissen wir, weil er selbst es uns offenbart hat: durch seine Propheten, und schließlich durch den Sohn. Im Herzen des Sohnes wohnt die ganze Fülle der Liebe.“ Das beschreibt kurz und bündig das Wesentliche der christlichen Theologie.
Es gab und gibt Menschen, die erkennen: G’ttes „Wesen“ ist und bleibt dem rationalen Denken ebenso verborgen und unzugänglich wie die Liebe, die einfach „west“, fraglos und ohne Bedingungen an-wesend ist. Wenn ich mir vergegenwärtige, was die Evangelien über ihn erzählen, und selbst wenn ich davon alles Hinzufabulierte wegdenke, kann ich für mich nur das Eine daraus schließen: die Liebe ist tatsächlich in Jesus von Nazareth in ihrer „ganzen Fülle“ anwesend (gewesen); er lebt(e) sein 33 Jahre währendes Leben lang in der Gegenwart G’ttes; deshalb ist er für mich der Christus, der Gesalbte Israels. Dieses GegenwärtigSein der Liebe oder - anders ausgedrückt - diese Liebende Präsenz stellt die Kirche den Gläubigen im Bild des „Heiligsten Herzens Jesu“ vor Augen.
Doch damit nicht genug: Sie denkt auch realistischerweise, dass Maria, seine Mutter, ebenso ganz erfüllt war von diesem GegenwärtigSein der Liebe (Irgendwo muaßa‘s ja herhobn, da Bua…). Das hört sich dann liturgisch so an: „Gott, du hast dem Heiligen Geist im Herzen der seligen Jungfrau Maria eine würdige Wohnung bereitet“.

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Was ist der „göttliche Glanz auf dem Antlitz Christi“? Es ist der ungetrübte Widerschein der All-Liebe, die יהוה ICHBINDA (von Jesus nach Joh 20, 17 „mein und euer Vater“ genannt) ist. Wenn wir sie in Jesus wirken sehen, wenn er für uns die Liebe in Person ist - symbolisiert in seinem Herzen - dann fällt es uns doch leicht, ihm zu vertrauen, uns ihm anzuvertrauen. Wie könnte er uns je im Stich lassen? Er bleibt uns liebevoll präsent noch in der tiefsten Abgründigkeit. ER IST DA. Grund genug zum Jubeln, zum Tanzen, zum Singen! Grund genug, in allem gelassen zu bleiben.

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Meine ewige Aufgabe als Priester ist es, die Botschaft von Jesus dem Christus weiterzugeben, sie in den Sakramenten meiner Kirche zu feiern und sie in Taten der Liebe zu den Menschen, denen ich begegne, zu verwirklichen – damit endlich alle „erleuchtet werden zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi“ (2 Kor 4,6).

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Die Annahme eines „belief systems“ oder - zeitaktuell - eines „mind sets“ alias Glaubens, z.B. einer Religion oder Weltanschauung, lässt sich erzwingen. Es gibt genügend Beispiele dafür in Geschichte und Gegenwart.
Allerdings bleibt dieser „Glaube“ dann ein Lippenbekenntnis und wird nur vielleicht zu einer tieferen Überzeugung, wenn er reflektiert und im Alltag erprobt wird, d.h. wenn gute, lebenstaugliche und –förderliche Erfahrungen ihn bestätigen, wenn er sich m.a.W. als vertrauenswürdig erweist. Grundvoraussetzung ist, dass sich der/die „Gläubige“ welcher Couleur auch immer zumindest ein klein wenig auf die Verheißung des belief systems einlässt und dann prüft, ob es sich im Leben bewahrheitet und bewährt…
Ein kleiner Vertrauensvorschuss genügt. Und der ist immer schon gegeben, denn sonst würden wir gar nicht am Leben sein. Leben geht nur mit Vertrauen.

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„Münchner Kardinal Marx bietet Papst Franziskus seinen Rücktritt an“
Das war am 4. Juni 2021 d i e kirchenpolitische Schlagzeile in den Medien. Ein für Deutschland und Europa bedeutsamer führender Kirchenmann übernimmt persönlich seinen Teil der Verantwortung für den Skandal der sexualisierten Gewalt von Seiten kirchlicher Mitarbeiter, insbesondere von Priestern, gegenüber Kindern und Jugendlichen. Und er erklärt dazu unter anderem: „Die katholische Kirche ist an einem toten Punkt angekommen“.

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