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Am 15. Mai 1910 hielt der Philosophieprofessor und Domherr an der Londoner St. Paul’s Cathedral, Henry Scott Holland, eine Predigt, die unter dem Titel „The King of Terrors“ überliefert ist (https://en.wikisource.org/wiki/The_King_of_Terrors). Kurz zuvor, am 6. Mai, war King Edward VII., ältester Sohn von Queen Victoria, im Alter von 69 Jahren verstorben. Ich gebe sie hier auszugsweise und in einer vorläufigen Übersetzung durch mich wieder:

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Das rasante Sterben und der Tod eines familiär nahestehenden Menschen erschüttert uns in der Tiefe, wühlt den Seelengrund auf und legt Wurzeln frei, die vergessen und verdrängt waren. Dies ist erst recht der Fall, wenn solche Ereignisse familien-systemisch „in Serie“ auftreten, selbst wenn die Abfolge sich auf Jahrzehnte verteilt…
Irgendwann muss eine ehrliche und realistische Bestandaufnahme familiärer Beziehungen, Narrative, Mythen und Wertmaßstäbe anstehen, damit die unselige systemische Dynamik angehalten und umgewendet werden kann. Das kann durchaus schmerzhaft sein, ist aber in jedem Fall heilsam, belebend und zukunftsträchtig.

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Sind die zivilisatorischen Errungenschaften sinnstiftend, d.h. weisen sie über sich selbst hinaus? Wohl kaum, dienen sie doch in erster Linie dazu, das Leben erträglich und darüber hinaus so bequem und vergnüglich wie möglich zu machen.

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